Inspirationspapier: Entrepreneurship Education stärken
Was braucht es, um Entrepreneurship Education im deutschen Bildungssystem zu verankern? Das Inspirationspapier bündelt Erkenntnisse und Impulse unserer Bildungsreise nach Wien im Frühjahr 2025.
Was braucht es, um Entrepreneurship Education im deutschen Bildungssystem zu verankern? Das Inspirationspapier bündelt Erkenntnisse und Impulse unserer Bildungsreise nach Wien im Frühjahr 2025. Es liefert praxisnahe Einblicke, zeigt, was Deutschland von Österreich lernen kann, und formuliert sieben konkrete Empfehlungen für Politik und Bildung. Dabei geht es im Kern um drei zentrale Fragen:
- Wie steht es in Deutschland um Entrepreneurship Education?
- Was macht Österreich richtig?
- Was braucht Deutschland für eine stärkere Implementierung von Entrepreneurship Education?
Das sind unsere 7 Empfehlungen:
Stärkung von Entrepreneurship Education in der öffentlichen Wahrnehmung
Wir brauchen in Deutschland eine klare, gemeinsame Definition und ein geteiltes Verständnis des Begriffs. Die Kultusministerkonferenz sollte diese einheitliche Definition entwickeln und verabschieden. Eine öffentlichkeitswirksame Verbreitung von Beispielen guter Praxis kann aufzeigen, wie Schüler:innen durch Entrepreneurship Education zu aktiven Gestalter:innen ihrer Zukunft werden. Das inspiriert, liefert Ideen und regt zur Nachahmung an.
Klärung der Verantwortlichkeiten und Verankerung in Lehrplänen
Die Kultusministerkonferenz als zentrales Gremium sollte eine wichtige Rolle in der Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der neu initiierten Geschäftsstelle „Gründung in school“ einnehmen. Sie sollte die Entwicklung von Entrepreneurship Education zu einem fächerübergreifenden, ganzheitlichen Bildungsziel und die Verankerung in den Lehrplänen aller Schulformen koordinieren.
Verabschiedung von Bundes- und Landesstrategien
Ohne einen klaren politischen Willen geht es nicht. Es braucht in allen Bundesländern politische Strategien aus den für Bildung und Wirtschaft zuständigen Institutionen, die Entrepreneurship Education unterstützen. Auch auf Bundesebene bedarf es einer stärkeren Vernetzung der zuständigen Ministerien. Nur durch die Festlegung gemeinsamer Ziele und stetigen Austausch kann eine effiziente nationale Entrepreneurship Education-Strategie entstehen.
Systemische Verankerung in der Lehrkräfteausbildung
Lehrkräfte müssen durch kostenfreie, hochwertige Fortbildungsangebote und Materialien in der Einbindung von Entrepreneurship Education in den Schulalltag unterstützt werden. Auch den Universitäten kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Unternehmerische Bildung muss frühzeitig Teil der Lehrkräfteausbildung sein und durch praktische Einblicke und Projekte die Wirksamkeit aufzeigen.
Praxisorientierung und außerschulische Partner:innen
Selbstwirksamkeit entwickeln Kinder und Jugendliche vor allem, indem sie Herausforderungen in ihrer Lebenswelt bewältigen. Dafür benötigen sie mehr praxisnahe Erfahrungsräume wie Schüler:innen- und Juniorfirmen, Design-Thinking-Workshops oder Projekte wie den FREIday. Starke Partnerschaften zwischen Schulen, Universitäten und der Wirtschaft tragen zur Praxis- und Lebensweltorientierung der Projekte bei.
Stärkere Orientierung am europäischen Diskurs
Der europäische Diskurs zu Entrepreneurship Education muss kontinuierlich eingebunden werden – etwa durch die Mitarbeit in Arbeitsgruppen und Forschungsprojekten auf europäischer Ebene und den Transfer der Erkenntnisse in unser nationales System.
Qualitätssicherung und Ausbau der Datenlage
Wie in Österreich sollten Studien, Evaluationen (z. B. Zwischenbericht des nationalen Aktionsplans „Landkarte der Aktionen“8) und die wissenschaftliche Begleitung von Praxisprogrammen eine wichtigere Rolle spielen. So kann die Entwicklung schulischer und außerschulischer Angebote datengestützt erfolgen sowie bestmögliche Wirksamkeit entfalten und ihre Qualität kann gesichert werden.